FÜR JUGENDLICHE &
JUNGE ERWACHSENE
Körperpsychotherapeutische Begleitung bei Essstörungen, Körperbild und emotionaler Überforderung
Wenn Essen, Gewicht oder der eigene Körper immer mehr Raum einnehmen, verändert das häufig das ganze Familienleben. Eltern sorgen sich, Gespräche werden schwieriger – und der junge Mensch zieht sich möglicherweise immer weiter zurück.
Ich begleite Jugendliche und junge Erwachsene dabei, wieder mehr Sicherheit im eigenen Körper zu entwickeln, Gefühle und innere Spannungen besser zu verstehen und neue Schritte im Alltag zu erproben. Eltern und Bezugspersonen beziehe ich dort ein, wo es fachlich sinnvoll ist und die Entwicklung unterstützt.
Wobei ich unterstütze
Essen und Körper
- Essstörungen und belastendes Essverhalten
- Essanfälle oder stark kontrolliertes Essen
- kreisende Gedanken um Essen, Gewicht und Aussehen
- ein negatives oder unsicheres Körperbild
- Stabilisierung und Nachbegleitung nach einem Klinikaufenthalt
Gefühle und Selbstwert
- emotionale Überforderung und starke innere Spannungen
- Rückzug, Scham und soziale Unsicherheit
- Selbstzweifel und ein instabiles Selbstwertgefühl
- das Gefühl, funktionieren zu müssen oder die Kontrolle nicht verlieren zu dürfen
- Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen
Familie und Beziehungen
- zunehmende Konflikte zwischen Eltern und Kind
- Hilflosigkeit und Unsicherheit im Umgang mit dem Thema
- Gespräche, die immer wieder in Druck, Streit oder Rückzug enden
- die Frage, wie Eltern unterstützen können, ohne zusätzlich zu kontrollieren
Klinische Erfahrung und
persönliches Verständnis
Ich bin Körperpsychotherapeutin (M. A. Motologie), Heilpraktikerin und Yogatherapeutin.
Mehr als fünf Jahre arbeitete ich in den psychosomatischen Heiligenfeld Kliniken. Dort war ich intensiv in der Behandlung von Menschen mit Essstörungen tätig und wirkte an der Entwicklung des klinischen Essstörungsprogramms mit.
An der HEMERA Klinik – einer spezialisierten Privatklinik für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren – arbeitete ich körper-, bewegungs- und tanztherapeutisch mit jungen Menschen. Dadurch kenne ich sowohl die besonderen Entwicklungsaufgaben dieser Lebensphase als auch die Übergänge zwischen stationärer Behandlung, Familie und Alltag.
Essstörungen, Scham, Körperbild und Selbstwert kenne ich nicht nur aus meiner fachlichen Arbeit. Ich habe selbst über viele Jahre mit einer Essstörung gelebt und sie überwunden. Diese Erfahrung ersetzt keine therapeutische Qualifikation – aber sie vertieft mein Verständnis dafür, wie widersprüchlich der Wunsch nach Veränderung sein kann und warum Druck allein selten weiterhilft.
Heute verbinde ich klinische Erfahrung, körperpsychotherapeutische Arbeit und persönliche Kenntnis mit einem klaren und zugleich zugewandten Blick auf den jungen Menschen und sein Umfeld.
Es geht selten nur ums Essen
Eine Essstörung ist keine Entscheidung und kein Zeichen mangelnder Vernunft oder Disziplin. Essen, Nicht-Essen, Essanfälle oder die Kontrolle des Körpers können unterschiedliche Aufgaben übernehmen: innere Anspannung regulieren, Gefühle zurückhalten, Sicherheit herstellen oder Autonomie ausdrücken. Welche Bedeutung das Verhalten hat, ist bei jedem jungen Menschen anders.
Gerade in der Jugend und im Übergang zum Erwachsenwerden verändert sich viel gleichzeitig: der Körper, die eigene Identität, Beziehungen, Zugehörigkeit und die Ablösung von den Eltern. Manchmal wird der Umgang mit Essen oder dem eigenen Körper zu einem Ort, an dem sich diese inneren Konflikte zeigen.
Das Essverhalten muss ernst genommen und bei Bedarf medizinisch begleitet werden. Gleichzeitig reicht es häufig nicht, nur über Mahlzeiten, Gewicht oder Regeln zu sprechen. Mich interessiert auch, was der junge Mensch mit diesem Verhalten zu bewältigen versucht und welche anderen Möglichkeiten sich entwickeln können.
Dabei geht es nicht darum, Eltern die Schuld zu geben. Wir schauen gemeinsam darauf, welche Dynamiken entstanden sind, was den Druck möglicherweise verstärkt und wie wieder mehr Sicherheit, Kontakt und Handlungsspielraum in die Familie kommen können.
Wie ich arbeite
Zu Beginn klären wir sorgfältig, was gerade gebraucht wird, wer sinnvoll einbezogen werden sollte und ob eine ambulante Begleitung in meiner Praxis der passende Rahmen ist. Die Zusammenarbeit kann verschiedene Bausteine verbinden:
Einzelbegleitung für Jugendliche und junge Erwachsene
In den Einzelgesprächen entsteht ein geschützter Raum, in dem nicht nur über Probleme gesprochen werden muss. Über Körperwahrnehmung, Gespräch, Bewegung und konkrete Erfahrungen unterstütze ich dabei, innere Spannungen früher wahrzunehmen, Gefühle besser einzuordnen und neue Möglichkeiten im Umgang mit Essen, Körper und Beziehungen zu entwickeln.
Beratung für Eltern und Bezugspersonen
Eltern erhalten einen eigenen Raum für ihre Sorgen, Fragen und Reaktionen. Wir schauen darauf, was im Alltag hilfreich sein kann, wo unbeabsichtigt zusätzlicher Druck entsteht und wie Unterstützung möglich wird, ohne nur noch zu kontrollieren.
Gemeinsame Familiengespräche
Wenn es sinnvoll ist, führe ich gemeinsame Gespräche mit dem jungen Menschen und den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Dabei können Missverständnisse geklärt, Bedürfnisse ausgesprochen und konkrete Vereinbarungen für den Alltag entwickelt werden.
Stabilisierung nach einem Klinikaufenthalt
Nach einem Klinikaufenthalt kann ich dabei unterstützen, therapeutische Erfahrungen in den Alltag zu übertragen, Rückfallsignale früher zu erkennen und die nächsten Entwicklungsschritte zu stabilisieren.
Bei Bedarf unterstütze ich auch die Vernetzung mit Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und qualifizierten Ernährungsberater:innen. Wenn bereits Fachpersonen beteiligt sind, kann ich die Zusammenarbeit – nach entsprechender Absprache – ergänzend begleiten.
Vor Beginn klären wir transparent, welche Inhalte vertraulich bleiben und in welchen Situationen ein Austausch mit Eltern oder weiteren Behandelnden notwendig oder sinnvoll ist. Der junge Mensch braucht einen geschützten therapeutischen Raum und zugleich einen fachlich verantwortlichen Rahmen.
Wenn dein Kind noch keine Hilfe möchte
Manchmal spüren Eltern längst, dass etwas nicht stimmt – während der junge Mensch selbst noch keine Unterstützung möchte, das Problem anders erlebt oder jedes Gespräch darüber abwehrt.
Auch dann musst du mit deiner Sorge nicht alleinbleiben. In einem eigenen Elterngespräch können wir die Situation sortieren und gemeinsam überlegen:
- Welche Reaktionen entlasten – und welche erhöhen unbeabsichtigt den Druck?
- Wie kannst du ansprechbar bleiben, ohne ständig zu kontrollieren?
- Wo braucht es klare Grenzen oder eine medizinische Abklärung?
- Wie können Gespräche gelingen, ohne dass sich alles nur noch um Essen, Gewicht oder Konflikte dreht?
- Welche nächsten Schritte sind sinnvoll, wenn dein Kind noch nicht mitkommen möchte?
Eine Elternberatung ersetzt keine notwendige Behandlung des jungen Menschen. Sie kann dir jedoch helfen, sicherer zu handeln, die Beziehung zu schützen und einen möglichen Weg in weitere Unterstützung vorzubereiten.
Für junge Menschen
Wenn du selbst gerade nicht weißt, ob du Hilfe möchtest
Vielleicht beschäftigen dich Essen, dein Körper oder dein Gewicht viel mehr, als du möchtest. Vielleicht ziehst du dich zurück, fühlst dich häufig angespannt oder hast das Gefühl, dass andere sich mehr Sorgen um dich machen als du selbst. Du musst noch nicht genau wissen, was los ist. Und du musst dich auch nicht erst „krank genug“ fühlen, bevor du mit jemandem sprechen darfst.
In einem ersten Gespräch geht es nicht darum, dich zu etwas zu überreden oder dir die Kontrolle wegzunehmen. Wir schauen gemeinsam:
- Was belastet dich gerade wirklich?
- Was möchtest du vielleicht verändern – und was noch nicht?
- Was hilft dir, und was macht alles eher schwieriger?
- Könntest du dir vorstellen, mit mir zu arbeiten?
Du darfst Fragen stellen und herausfinden, ob du dich bei mir sicher und ernst genommen fühlst. Erst danach überlegen wir, welcher nächste Schritt für dich sinnvoll sein könnte.
Warum frühe Unterstützung wichtig sein kann
Psychische Belastungen, Probleme mit dem eigenen Körper und Essstörungen sind bei jungen Menschen keine seltenen Einzelfälle. Die deutschlandweite COPSY-Studie zeigte auch im Herbst 2024 noch eine deutlich höhere Belastung als vor der Corona-Pandemie: 22 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen zeigten psychische Auffälligkeiten, 21 Prozent berichteten von einer eingeschränkten Lebensqualität.
Auch Versorgungsdaten weisen darauf hin, dass diagnostizierte Essstörungen besonders bei jugendlichen Mädchen weiterhin häufiger auftreten als vor der Pandemie.
Diese Zahlen sagen nichts über den einzelnen jungen Menschen aus. Sie zeigen aber, wie wichtig es ist, Veränderungen ernst zu nehmen. Unterstützung muss nicht erst beginnen, wenn die Situation akut geworden ist. Ein erstes Gespräch kann helfen, frühzeitig einzuordnen, was gerade geschieht und welcher nächste Schritt angemessen ist.
Quellen: COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Ergebnisse 2024; DAK Kinder- und Jugendreport 2025
Wann ambulante Begleitung nicht ausreicht
Meine Begleitung ist ein ambulantes körperpsychotherapeutisches Angebot. Sie ersetzt keine ärztliche, psychiatrische oder stationäre Behandlung, wenn eine engmaschigere Versorgung notwendig ist.
Eine zeitnahe medizinische oder psychiatrische Abklärung ist insbesondere wichtig bei:
- einem deutlich geschwächten körperlichen Zustand, Kreislaufproblemen oder Ohnmacht
- raschem oder ausgeprägtem Gewichtsverlust
- anhaltender Verweigerung von Nahrung oder Flüssigkeit
- akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder schwerer Selbstverletzung
- einem Verlust des Realitätsbezugs oder anderen akuten psychiatrischen Krisen
- einer Situation, in der im Alltag keine ausreichende Sicherheit mehr gewährleistet werden kann
Bei einer Essstörung kann eine regelmäßige ärztliche Mitbehandlung auch dann notwendig sein, wenn die psychotherapeutische Begleitung ambulant stattfindet. Welcher Behandlungsrahmen geeignet ist, hängt unter anderem vom körperlichen Zustand, der psychischen Belastung und der Unterstützung im persönlichen Umfeld ab.
Wenn ich im Vorgespräch erkenne, dass mein Angebot allein nicht ausreicht, bespreche ich das offen und unterstütze dabei, einen angemessenen nächsten Schritt zu finden. Bei unmittelbarer Gefahr wende dich bitte direkt an den örtlichen Notruf oder eine psychiatrische beziehungsweise kinder- und jugendpsychiatrische Notaufnahme.
Fachliche Orientierung: AWMF-Patientenleitlinie „Diagnostik und Behandlung von Essstörungen“; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
Lass uns gemeinsam klären, was jetzt sinnvoll ist
Vielleicht weißt du noch nicht, welche Form der Unterstützung gerade gebraucht wird. Im kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir zunächst auf die aktuelle Situation und klären, ob meine Arbeitsweise und mein ambulanter Rahmen dazu passen.
Eltern können dieses Gespräch auch zunächst allein wahrnehmen. Jugendliche und junge Erwachsene dürfen selbst Kontakt aufnehmen oder gemeinsam mit einer Bezugsperson teilnehmen.
Das Kennenlerngespräch findet online statt und dauert etwa 30 Minuten.

